Liebe Forumsmitglieder,
zum Anfang der Saison 2026 möchte ich euch eine neue Idee vorstellen, bzw. diese mit meinem heutigen Beitrag initiieren. Oft fahren wir mit unseren Motorrädern in einer fremden Gegend und irgendwann später erfahren wir, dass genau zwei Straßen weiter eine tolle Strecke unentdeckt auf uns wartete. Wie wäre es, wenn wir uns gegenseitig unsere Hausstrecken vorstellen und so den anderen einen neuen, und somit exklusiven Blickwinkel auf die fremde Gegend ermöglichen? Vielleich wäre es auch manchmal möglich, den Gastgeber sogar als Guide anzufragen?
Mal schauen, was man aus dieser Idee machen kann. Vielleicht profitieren wir alle davon und wenn nicht, dann hat es nur etwas Zeit gekostet.
Ich mache dann den Anfang und stelle euch meine Hausstrecke (oder besser gesagt, eine von ihnen) im Herzen von Baden-Württemberg vor.
Wir befinden uns hier, nur so zur besseren geografischen Einordnung, ca. 60 km von Stuttgart und ebenso weit vom Bodensee entfernt. Die Gesamtrunde mit eventuellen Zwischenstopps dauert etwa. 2 h, in denen man ca. 115 km zurücklegen kann. Die Route wäre aber auch mit Leichtigkeit unter Berücksichtigung aller beschriebenen Punkte zu einer Tagestour ausbaubar. Verkehrsaufkommen variiert von Abschnitt zu Abschnitt, ist aber insgesamt sehr überschaubar und macht damit diese Runde noch attraktiver.
1. Zwiefalten – Oberstetten – Marbach: Von Zwiefalten aus geht es zunächst nordwärts auf einer sanft kurvigen Strecke in Richtung Engstingen und dann nach Gomadingen-Marbach, dem Sitz des Haupt- und Landgestüts. Somit ein Tipp für alle, die nicht nur Herz für das Motorrad, sondern auch für Pferde haben. Jedes Jahr im Herbst wird hier eine Hengstparade veranstaltet. Marbach war auch die Nummer 1 auf der deutschen Reisewunschliste von Königin Elisabeth.
2. Marbach – Sirchingen – Bad Urach: Über die Albhochfläche schlängelt sich der Weg hinunter in die Kurstadt Bad Urach. Man wird unterwegs mit einigen sanften Kurven und sehr wenig Verkehr belohnt, aber auch Bad Urach ist eine Reise wert. Man kann hier neben der abwechslungsreichen Gastronomie und der ausgezeichneten Therme auch die Burgruine und den Wasserfall, wo das Wasser fast 40 m frei in die Tiefe fällt, anschauen.
3. Bad Urach – Seeburg – Münsingen: Durch das wildromantische Fischbachtal, ein Geheimtipp für kurzentschlossene Angler, die in den Teichen der Forellenzucht das eigene Essen fangen dürfen, fährt man weiter nach Münsingen. Sobald du Seeburg passierst, erreichst du das Zentrum des Biosphärengebiets Münsingen. Ein Paradies für Wanderer, die die „nur leicht berührte Natur“ zu schätzen wissen.
4. Münsingen – Buttenhausen – Hayingen: Ab hier folgst du dem Großen Lautertal über Buttenhausen (bekannt für seine jüdische Geschichte) bis nach Hayingen. Entlang nackter Kalkfelsen und teilweise dem Fluss Lauter kommt jeder Motorradfahrer auf seine Kosten. Unterwegs empfiehlt sich der Besuch des „Bootshauses“, wo ebenfalls immer einige Biker anzutreffen sind. Schwäbische Gastronomie, gutes Bier und die Möglichkeit, ein Kanu zu mieten, gibt es hier. Diese werden nach Gebrauch auf verschiedenen Routen mit einem Fahrzeug zurückgebracht, so dass man nur in Flussrichtung der Lauter und später auch der Donau fahren kann.
5. Hayingen – Zwiefalten: Das letzte kurze Stück schlängelt sich in einem schattigen Tal, vorbei an der Wimsener Höhle (Friedrichshöhle), der größten mit einem Floss befahrbaren Höhle Deutschlands. Gleich daneben finden die Gastronomieliebhaber eine Bio-Gaststätte, welche sich in der Hand eines bekannten Kochs, Simon Tress, befindet. Nach weiteren 10 km landet man in Zwiefalten. Neben der Zwiefalter-Brauerei und dem sehenswerten barocken Münster, gibt es noch einen inoffiziellen Biker-Treff am Café Böck. Zu jeder Tageszeit trifft man hier mindestens 20 bis 30 Motorradfahrer für nette Benzingespräche. Im „Bierhimmel“, ebenfalls an der Hauptstraße, können die Bierliebhaber einkaufen. Gastronomisch wären noch die Brauereigaststätte und vor allem der „Felsen“ in Zwiefalten-Baach zu empfehlen.
Viele Grüße
ArminF
