Graver800 hat geschrieben:Viele brauchen halt keine 200PS und meinen, dass die mesisten damit überfordert sind...
Ja, es wäre schon gut, wenn diejenigen, die es betrifft, zu dieser Erkenntnis kämen.

Es gibt aber mindestens genau so viele, die meinen, dass die Motorleistung unterm Ar... den guten / besseren Motorradfahrer ausmacht.
Ich habe es ja auch schon selbst erlebt: das fährt man mit einem "Haufen" anderer aus dem Bekanntenkreis Richtung Nordschleife. Auf der Autobahn und geradeaus meinen dann einige, anderen Mitfahrenden ihre "Überlegenheit" per Höchstgeschwindigkeit unter Beweis stellen zu müssen, indem sie aus der Gruppenformation ausbrechen. Kaum in der Eifel angekommen, geht es dann weiter, indem bei erlaubten Tempo 70 mit ca. 100 im Überholverbot überholt und dem Tourguide gestikulierend zu verstehen gegeben wird, doch bitteschön etwas flotter zu fahren und Selbiges zu tun. Dieselben kacken dann aber der Reihe nach ab, wenn man ihnen mit einem in deren Augen untermotorisierten Mopped mal zeigt, wo der Ahrwinzer den Most holt und "nur mal eben" die Verbindungsstraße von der Döttinger Höhe nach Adenau fährt. Letztes Jahr hatte ich noch die CS unterm Hintern (und ca. 40 PS weniger) und kam mit deutlichem Vorsprung als erster an. Die Frage am Ziel: "Du kanntest wohl die Strecke?" sprach Bände...
Was ich damit auch ausdrücken will: für flottes Vorankommen ist die Motorleistung umso nebensächlicher, je kurviger es wird. Da zählen dann eher andere Komponenten wie ein gutes Fahrwerk. Aber auch hier gilt, dass das beste Fahrwerk nix wert ist, wenn der Esel obendrüber nicht weiß, wie man das Potenzial ausnutzen kann. Auch ich bin mehr oder weniger weit entfernt davon, ein perfekter Fahrer zu sein. Wäre ich es, würde ich wohl eher in der MotoGP mitfahren.

Ich für meinen Teil komme mit meiner F-R wunderbar zurecht. Etwas mehr Leistung als bei meiner R zu haben, ist sicher in der einen oder anderen Situation erstrebenswert. Wäre zu deren Nutzung aber elektronisches Eingreifen erforderlich, könnte ich gerne drauf verzichten - auf die Leistung und die Elektronik. Elektronische Helferlein betrachte ich persönlich eher als zusätzliches Sicherheitspotenzial. Aber nicht, um noch ein bisschen schneller und näher an der Grenze der physikalischen Gesetze fahren zu können.
Ach so, bevor ich es vergesse: mit den oben erwähnten Mitfahrern fahre ich keine Touren mehr gemeinsam - weil ich auf deren postpubertären Fahrstil keinen Bock mehr habe.
Aber nochmal BTT: ich sehe auch keinen wirklichen "Nutzen" in einem Motorrad vom Schlage einer S-XR. Das dürfen natürlich andere auch anders sehen. Aber genau für diejenigen hat man so ein Motorrad gebaut. Ginge es darum, die gebotene Technik nur an diejenigen zu verkaufen, die in der Lage wären, die gebotene Technik komplett zu beherrschen, dürften von diesem Modell nicht einmal hundert Stück pro Jahr den Besitzer wechseln.