Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon Roadslug » 29.08.2012, 18:58

Naja, also mit Verlaub. Bevor man wieder das beliebte Spiel des BMW-bashing betreibt sollte man erst mal in Erfahrung bringen, ob es sich hier wirklich um einen Konstruktions-/Fertigungsmangel handelt oder eben doch nur um einen (für den betroffenen leider sehr unglücklichen) Einzelfall handelt. Genau dazu ist das Forum hier die geeignete Plattform.

@Harry
Ob es sich um einen unglücklichen Zufall oder doch um Pfusch der Werkstatt handelt kann keiner von uns beurteilen, schließlich war niemand dabei. Worauf ich hinaus will/wollte ist, dass der Kunde im vorliegenden Fall kaum ein Chance hat der Werkstatt ein Fehlverhalten zu beweisen. Im Zweifelsfall müsste das vor Gericht gehen und reine Vermutungen, auch wenn sie noch so naheliegend sein sollten, helfen dabei leider auch nicht weiter.

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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon f800power » 29.08.2012, 21:25

Roadslug hat geschrieben:Naja, also mit Verlaub. Bevor man wieder das beliebte Spiel des BMW-bashing betreibt sollte man erst mal in Erfahrung bringen, ob es sich hier wirklich um einen Konstruktions-/Fertigungsmangel handelt oder eben doch nur um einen (für den betroffenen leider sehr unglücklichen) Einzelfall handelt. Genau dazu ist das Forum hier die geeignete Plattform.

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Ich darf das,da ich auf 7200 Km in neun Monaten mit der F800R genug Defekte und zweifelhafte Aussagen des BMW Werkstattmeisters erleben musste...
das hat nix mit bashing zu tun,das ist Erfahrung!
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon HarrySpar » 30.08.2012, 06:24

Jetzt nochmal die Frage an alle hier:

Hatte schon mal einer ähnliche Probleme mit den Steuerkettenspann- bzw. -Führungsschienen?

Kann doch eigentlich nicht sein, daß noch niemand hier deratige Probleme hatte oder von derartigen Problemen gehört hat, wenn allein Davids Werkstatt schon 3 mal solche Probleme hatte und deshalb nun vorsorglich bei jeder F800 beim 40000er Kundendienst diese Schienen austauschen will.
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon Art Vandelay » 30.08.2012, 07:06

Für die Frage müsste man wohl eher einen eigenen Thread mit einem deutlichen Titel aufmachen. Hier ists viel zu versteckt.
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Re: AW: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon Wobbel » 30.08.2012, 08:09

Genau Harry starte doch einfachmal ne Umfrage.

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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon david » 30.08.2012, 19:51

HarrySpar hat geschrieben:Servus David,

da kommt mir doch etwas komisch vor!

Du bringst dein Motorrad zum ganz normalen 40000er Kundendienst ohne irgend einenem Verdacht, daß am Motor etwas nicht stimmt.

Dann macht die Werkstatt an den Ventilen rum (schließlich sollten alle 20000km die Ventile geprüft werden).

Und nach der Arbeit stellt sich bei der Probefahrt in der Werkstatt plötzlich ein kapitaler Motorschaden heraus (mit derart verbogenen Ventilen)!!!!

Da stimmt doch was nicht. Mit diesen verbogenen Ventilen (gemäß deinen Fotos) bringt der Motor statt 85PS höchstens noch 15PS. Das hättest du doch auf dem Weg zur Werkstatt merken müssen, wenn dieser Schaden schon vorhanden gewesen wäre.

Da ergibt sich doch der starke Verdacht, daß die Werkstatt bei der Arbeit an den Ventilen etwas verbockt hat. Und dann als Folge daraus entstand dieser große Schaden.

Harry


Lieber Harry

...das kamm mir eben auch etwas komisch vor! Der Motor meiner ST rasselte seit ich die Maschine habe immer unverändert gleich. Einzig, etwa einen Monat vor dem Servicetermin, stellte ich ein feines "nageln" fest, dass ich auf ein zu grosses Ventilspiel zurückführte, aber eventuell auch hätten die Ventile sein können, die am Kolben anschlugen... Von der Leistungsentfaltung her merkte ich nie auch nur einen winzigen Unterschied (was wahrscheinlich dagegen spricht, dass der Schaden während meinen Fahrten auftrat). Und auch nach dem aufwändigen Service merke ich von der Leistung her am Motorrad null Unterschied...

Meine "Fantasie" geht dahin, dass der Servicetechniker (oder der Lehrling) nach dem Ölwechsel den Motor startete und dann unglücklicherweise gleich heftig am Gasgriff drehte. Die Öldruckfeder, die zuständig für ausreichende Spannung der Steuerkette ist, ist noch nicht mit Öl versorgt weshalb die Steuerkette durch die Motorvibration zuerst noch "ausschlägt" und damit die Steuerkettenschie an der schon geschwächten Stelle zum Bruch bringt...

Oder: Die Steuerkettenschiene brach irgendwann einmal an der geschwächten Stelle (z.B. Starten nach längerer Standzeit), das Bruchteil blieb aber irgendwo hängen und gelangte erst durch die Servicearbeiten zwischen die Steuerkette und dem Kurbelwellen-Abtriebsritzel. Da wurde es zermalmt und verursachte das Überspringen des Ritzels an der Steuerkette um einige Zähne und damit den Motorschaden...

Gemäss Aussage der Reparaturwerkstatt, besteht unten beim Abtriebsritzel kein Platz für Bruchstücke was bedeuten soll, dass alles was sich da unten ansammelt, irgendwie früher oder später in die Steuerkette gelangen wird. Auf die Frage, ob keine Schäden am Abtriebsritzel vorhanden sind, sagte er, es habe schon "Spuren", aber der Schaden sei derart minim, dass mit keiner Beeinträchtigung der Funktion zu rechnen sei. Ein Auswechseln dieses Ritzels hätte die komplette Zerlegung des Motors zur Folge, womit ein Ersatzmotor günstiger kommen würde... (!)

Bild

Hier irgendein Verfehlen der Werkstatt anhängen zu wollen, wäre eine aussichtslose Vorgehensweise. Unabhängig von der Werkstatt weist die linke Steuerketten-Spannschiene (die rechte ist intakt) Abnützungsspuren auf, die eigentlich so nicht vorhanden sein sollten. Gemäss Aussage meines Freundlichen, treten diese Probleme bislang nur bei den äteren F's auf, bzw. wurden bei späteren F-Motoren scheinbar schon korrigiert...

Gruss david
Zuletzt geändert von david am 31.08.2012, 12:34, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon Lichtmann » 30.08.2012, 22:52

Huhuu,

ich noch mal, wie gesagt, ich bleibe dabei das ich es für unmöglich halte das die Steuerkette überspringt, dazu ist "Sie mit zu vielen Zähnen der jeweiligen Steuerräder starr verbunden, so lang kann die Steuerkette sich garnicht längen, merkwürdig das ganze. Den Lärm aus dem Motor kann man nicht überhören, falls sowas während er Fahrt passiert, dann fährst du keinen Meter mehr, das tut dann weh in den Ohren.


In diesem Sinne.
Schub vorbei
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon HarrySpar » 31.08.2012, 06:40

Servus David,

deine Erklärung ist zumindest nachvollziehbar.

Bleibt nur noch die Frage, warum deine Werkstatt schon 3 mal Probleme mit den Steuerkettenschienen hatte, jedoch hier im Forum (bis jetzt) derlei Probleme noch nicht bekannt sind.

Auf jeden Fall: Das leichte Nageln, das du im letzten Monat vor dem Service gehört hast, kann niemals vom Aufschlagen der Ventile auf die Kolben hergekommen sein. Wenn die Ventile mal auf den Kolben aufschlagen, sind sie auf jeden Fall derart verbogen, daß die Motorleistung drastisch verringert ist. Bzw. in der Regel kann man damit überhaupt nicht mehr fahren.

Schließlich müssen die Ventile abdichten. Und wenn die nur um einen Millimeter verbogen sind, dann geht da nicht mehr viel. Mit derart verbogenen Ventilen (deine Bilder) geht auf jeden Fall gar nichts mehr.
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon Roadslug » 31.08.2012, 07:01

Genau so sieht es aus. Ich habe in meiner Karriere als Entwickler schon etliche Motoren erlebt, die am Prüfstand auf diese Art und Weise ihr mechanisches Leben ausgehaucht haben. Das gibt einen Schlag und dann nichts mehr. Man kann dann noch von Glück reden, wenn die Ventile nicht abreissen und dann als skurille Struktur oben im Kolbenboden stecken.

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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon david » 31.08.2012, 12:52

butch hat geschrieben:Bei knapp 90T km wurde mein Motor lauter und rasselte, als wenn die Ventile eingestellt werden müssten. Der Mechaniker zog dan einen gebrochenen Kettenspanner aus dem Motor. Das Teil war ziemlich spröde und die Empfehlung war, die anderen Spanner bis spätestens 100T km zu wechseln.

Als Tipp für alle, die vorbeugend tätig werden wollen.

Und die Frage an BMW ist, wieso man so spröden (oder schnell alternden?) Kunststoff verbaut?

Liebe Grüße

Butch


... zu lesen hier im Forum mit dem Titel "Steuerkettenspanner gebrochen" (gemeint Steuerkettenspannschiene):

viewtopic.php?f=5&t=7750&p=94276&hilit=90000#p94275

Gruss david
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon F800Cruiser » 29.05.2019, 20:18

Moin Moin zusammnen,

nun möchte ich hier auch noch meine Senf dazu geben, und der bestätigt alle hier festgestellten Mängel.
Zum Detail:
Meine F800ST von Anfang 2007 hatte zum Ende der Saison 2018 diverse Zimperlein KM 60.000. Es fing an mit Startproblemen, trotz einer erst einjährigen Batterie. An das Rasseln im Gebüsch hatte ich mich schon gewöhnt, denn vor weniger als 15k km (also bei 45k) hatte ich selbst die Ventile überprüft - war alles in Ordnung.
OK - Werkstattkosten würden den Restwert übersteigen, also selbst rangehen. Gegoogelt und auf diesen Beitrag gestossen, hat quasi das Leben meiner geliebten F800St gerettet.

Vielen Dank für die Bilder und die Infos - SPITZENMÄSSIG !!!! ThumbUP clap

Ein paar Bilder habe angehängt - Am Ende mit Hilfe der Reparatur-Anleitungs-CD eigentlich nur etwas Arbeit, kein Hexenwerk und vertretbare Materialkosten:
Alle Schienen und n neuer Kettenspanner bei BMW150€ - n Stator auch 150€ (Zubehör) - Kleinteile, Öl, Dichtungen, Werkzeuge usw. 100€ - also im vertretbaren Bereich :D

Nachdem ich den Ventildeckel runter hatte, kam das erste Unheil zum Vorschein - eine Hälfte der Gleitschiene der Steuerkette war abgebrochen - Glück im Unglück, sie lag auf der anderen Seite, war also noch nicht durchgemahlen.
Seitendeckel links ab - alle Schienen getauscht, Ventilspiel geprüft... und gleich noch die Kupplungsbeläge gecheckt- ohmannohmann - wurden vom Vorgänger wohl mal gewechselt, haben aber immer irgendwie schlecht getrennt... waren falsch zusammengebaut - es gibt verschiedene Seiten (auch wenn schwer erkennbar) - erste und letzte sind leicht anders. Also: gereinigt, eine Nacht im Öl gebadet, richtig zusammengebaut - und trotz dem sie fast die Verschleissgrenze erreicht haben, trenne sie wie neu - Genauigkeit wird halt immer belohnt!
Und nun alles wieder zusammenbauen. Dabei den Stator im rechten Deckel tauschen (easy, auch für Dummies).

Spannung bis ins Unermessliche - Startknopf - alles Chic!!! Läuft wie ne Eins - und hoffentlich noch viele Jahre -

Zum Saisonstart noch 2 neue Reifen - und der F800Cruiser ist happy.

Danke noch mal an alle!!
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon F800Cruiser » 29.05.2019, 20:36

Hier noch n Bild - war zu gross für den Beitrag....
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Re: Motorschaden durch Fabrikationsmangel F800ST

Beitragvon HarrySpar » 30.05.2019, 08:11

Ich hab ja auch noch diese alte LiMa drin.
Kann man davon ausgehen, dass früher oder später jeder mit einer "verbrannten" LiMa rechnen muss?
Oder sind das doch alles Einzelfälle? Also dass die meisten "alten" LiMas ewig ihren Dienst tun?
Sonst könnte ich mir ja mal vorsorglich eine neue besorgen.
Harry
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