Pro/Contra Laminatbekleidung

Alles was man als Motorradfahrer anziehen kann.
Schutzbekleidung - Helme - Stiefel - Handschuhe etc.

Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon l4rs » 08.07.2020, 20:36

Moin Zusammen,

letztes Jahr hab ich mir eine Rukka Realer Kombi gekauft, weil ich dachte damit eine für alle Jahreszeiten zu haben. Für den Temperaturkeller ist sie auch tatsächlich sehr gut. Wenn ich den Daunenlayer drunter ziehe, kann ich locker bis 0° runter fahren. Die Passform ist dank dem Strech Material super, die Ausstattung an Protektoren toll und so steif und schwer wie anfangs befürchtet ist sie nicht. Aber nein, sie ist (natürlich) nicht eine für Alles.

Trotz subjektiv guten Belüftungsmöglichkeiten ist in Abhängigkeit zur Luftfeuchtugkeit irgendwo zwischen 25° und 30° schluss mit Lustig. Beim Fahren ist es relativ luftig und gut aushaltbar, wenn die Sonne knallt wird es beim Stehen an der Ampel dann aber doch ganz schön unangenehm und relativ schnell nass von Innen. Und im Regen werde ich zwar nicht wirklich nass. Aber ganz leicht feucht an den Armen und Beinen, wo der Außenstoff enger anliegt, schon.

Das war für mich Grund genug mich näher mit der Theorie "wasserdichter" und "atmungsaktiver" Membranen außeinander zu setzen. Eigentlich ich es logisch. Wenn eine Mebmran atmungsaktiv ist (wie viel auch immer), kann sie nicht mehr 100% wasserdicht sein. Da kommt dann die Wassersäule ins Spiel, die wir z.B. von Zelten kennen. Das Gore-Tex 3 oder 2 Lagen Laminat wird mit einer Wassersäule von 28.000 mm angegeben, was im vergleich zu üblichen Zelten deutlich höher, aber halt nicht komplett wasserdicht.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was habt Ihr bisher für Erfahrungen mit Eurer Motorradbekleidung / Laminatbekleidung gesammelt? Wie geht Ihr mit zumindest drei Jahreszeiten (Frühjahr, Sommer, Herbst) in der Praxis um? Vor allen Dingen, wenn es im Sommer auch mal >30° werden.

Habt Ihr eine Kombi für diese drei Jahreszeiten, in der man im Sommer dank ausreichender Belüftung weniger früh eingeht und mit Thermofutter bis etwa 5° runter geht und dabei auch bei starken und langem Regen wirklich "wasserdicht" ist? Oder ist das alles Kokolores und ihr führt für längere Regenetappen dann doch eine wirklich wasserdichte Außenschicht mit?

Abseits von Laminatbekleidung:

Wie negativ ist das "vollsaugen" von Z-Linern bei starkem und längerem Regen in der Praxis tatsächlich? Kühlt man da wirklich so stark aus? Oder ist es gar nicht so tragisch und es würde sinn machen eine Z-Liner Kombi mit entnehmbarem Wasserschutzlayer als Alternative in Betracht zu ziehen?

Oder wie gut ist die Belüftung von Meshbekleidung im Sommer wirklich? Wo sind da die Temperaturgrenzen, bis man eingeht? Könnte es Sinn machen als Basis eine Meshkombi zu fahren, die man bei Bedarf innen mit einem winddichten Thermolayer und außen mit einem Wasserschutzlayer trägt?

Vielen Dank vorab für Eure Erfahrungen.
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon SingleR » 08.07.2020, 21:05

Nun, ich habe das "Problem" dahingehend gelöst, dass ich Winter- und reine (!) Sommerklamotten habe. Der Sommeranzug, den ich ab ca. 25°C benutze, ist nicht dafür vorgesehen, mit irgendwelchen Inlays à la Windstopper oder GoreTex versehen zu werden. Sollte es im Sommer regnen, wird eben die Regenkombi übergezogen.

Bei Temperaturen von weniger als ca. 25°C kommt meine Ausrüstung mit Klimamembranen und Innenfutter zum Einsatz. Die Einsätze kann man zwar rausnehmen, aber dann leidet die Passform, was dazu führt, dass die Protektoren bei einem Sturz verrutschen und nicht mehr ihrer Funktion nachkommen können.

Kurzum: ich halte nichts von herausnehmbaren bzw. heraus genommenen Inlays, weil es der Sicherheit / Schutzwirkung abträglich ist. Ein Anzug passt optimal entweder mit oder ohne Inlays, aber nie sowohl mit als auch ohne. Oder anders: einen "Ganzjahresanzug" kann es unter diesen Umständen nie geben, zumal es auch keine Alternative zu großflächigen Mesh-Einsätzen gibt, wenn bestmögliche "Lüftung" gefragt ist.
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon Roadster1962 » 08.07.2020, 21:20

Moin,
halte ich genauso, habe diverse Anzüge für alle Gelegenheiten. Meshanzug für heiß, Lederkombis in ein- und zweiteilig für trocken und sommerlich, gefütterte Anzüge mit und ohne Membran für Regen und Frühling/Herbst und eine Winterkombi mit Fell am Ar..., in 35 Jahren kommt da einiges zusammen. Bei Tagestouren wird nach Wetterbericht entschieden, für Reisen kommt meist die dreilagige Kombi zum Einsatz, alternativ Nubukleder (hält auch im Regen 1-2 Stunden trocken) mit Regenkombi wenn es ganz schlimm kommt.

Noch ein Gedanke zur Paßform, Kombis wie z. B. von Stadler oder Touratech mit luftiger Sommer Innenkombi plus Membrankombi zum überziehen wären da mein Favorit kann ich mir aber leider nicht leisten. Außerdem plärrt meine Regierung jetzt schon rum weil ich viel zu viele Moppedklamotten hab (angeblich)

Gruß
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon talisker » 09.07.2020, 07:57

2- oder 3-Lagenlaminat ist schon gut. Wenn Du mal einen Z-Liner 1000km bei Dauerregen (ohne zusätzliche Regenjacke) bei etwa 15°C gefahren bisst, wirst Du wissen was ich meine. Aber ab 25°C sind auch die Laminat Klamotten mir zu warm (schwitzte stark). Habe noch eine Rukka air, da ist fahren bis fast 40°C kein Problem, dafür wirds unter 23°C schon unangenehm kalt. Da ziehe ich dann eine dünne Windstopper Jacke (die habe ich noch vom Rennradfahren, die ist so dünn das man sie zusammengeknüllt in die Jackentasche stopfen kann) drunter.

Bei den letzten Messen habe ich von ein paar Hersteller (Speedy glaub ich) ein paar interresante Sachen gesehen, wo man die Membranjacke (ohne Protektoren) außen Trägt und die Innenjacke vollwertig ohne Membran benutzen kann (genauso die Hose) eine Futterjacke gibt es auch noch dazu.
Das ist denke ich auch ein guter Ansatz, dann braucht man nur einen Anzug zu kaufen.
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon MadDog » 09.07.2020, 08:13

l4rs hat geschrieben:Moin Zusammen,
Und im Regen werde ich zwar nicht wirklich nass. Aber ganz leicht feucht an den Armen und Beinen, wo der Außenstoff enger anliegt, schon.

Ich denke, das ist wohl weniger Regen sondern vielmehr Feuchtigkeit der Haut, die nicht abgegeben werden kann, weil die Luftfeuchtigkeit bei Regen entsprechend hoch ist und somit der Abtransport (gerade wenn man an einer Ampel steht) nicht 100%ig funktioniert.
Und wenn man auf der Haut erst mal einen echten Wasserfilm hat, also keine Dampfatmosphäre, kann dieses Wasser nicht mehr durch die Poren der Membran abtransportiert werden.
Das ist aber normal, habe ich auch.

Womit ich nicht bestreiten will, dass Deine Membran vielleicht auch defekt ist.
Gruß, Peter ...ʎɐqǝ ıǝq ɹnʇɐʇsɐʇ ǝuıǝ ɹǝpǝıʍ ǝıu ǝɟnɐʞ ɥɔı´uuɐɯ ɥo
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon F800er » 09.07.2020, 13:36

Hi,
fahre seit 2016 einen TT Worldwide II, man muss immer mit Kompromissen leben.
Im Sommer bei mir an 15°C ohne Weather Add (3 Lagen Laminat) schön luftig, aber Null Regenschutz, da sehr viel Meshgewebe.
Ergo Weather Add immer im Topcase (nimmt Platz weg).
Bei unter 15°C oder Aussicht auf Regen, Weather Add drüber, trägt natürlich ein wenig auf und von Gesamtgewicht auch etwas schwerer, aber fällt beim Fahren nicht auf.
Hat auch noch Belüftungsreißverschlüsse.
Bin soweit sehr zufrieden.
Mit dem 3 Lagen Laminat Anzügen, komme ich ab 20°C nicht mehr klar.
Außer Klim, aber da haben die US Größen nicht gepasst.
Ein Jahr später kamen günstigere Doppellagenanzüge von anderen Herstellern, aber außer Stadler und Klim, kein Goretex.
10 Jahre Garantie und wenn mal was am Anzug ist (Unfall), wird in Deutschland repariert (ohne aufgesetzte Flicken) zu sehr humanen Preisen.

Gruß

PS: würde mir wieder Einen kaufen
ciao F800er
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon l4rs » 09.07.2020, 17:20

Roadster1962 hat geschrieben:Außerdem plärrt meine Regierung ...
Jap. Das kenn ich irgendwo her :/

talisker hat geschrieben:Bei den letzten Messen habe ich von ein paar Hersteller (Speedy glaub ich) ein paar interresante Sachen gesehen, wo man die Membranjacke (ohne Protektoren) außen Trägt ...
Des ist die Mission-T Jacke, glaube ich: https://www.spidi.com/eu_de/mission-t-jacket-7

MadDog hat geschrieben:
l4rs hat geschrieben:... im Regen werde ich zwar nicht wirklich nass. Aber ganz leicht feucht an den Armen und Beinen, wo der Außenstoff enger anliegt ...

Ich denke, das ist wohl weniger Regen sondern vielmehr Feuchtigkeit der Haut, die nicht abgegeben werden kann, weil die Luftfeuchtigkeit bei Regen entsprechend hoch ist und somit der Abtransport (gerade wenn man an einer Ampel steht) nicht 100%ig funktioniert.
Und wenn man auf der Haut erst mal einen echten Wasserfilm hat, also keine Dampfatmosphäre, kann dieses Wasser nicht mehr durch die Poren der Membran abtransportiert werden.
Das ist aber normal, habe ich auch.
Verstehe, danke für die Erleuchtung. Ich hatte mich schon ein wenig gewundert, weil das Wasser am Außenstoff komplett abperlt.

F800er hat geschrieben:Ergo Weather Add immer im Topcase ...
Darauf wird es bei mir vermutlich auch hinaus laufen. Die Basiskleidung mit den Protekroren luftiger und ein drüberziehbarer Wasserschutz, den ich mitführe.
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon Hartmut_HB » 09.07.2020, 18:48

Moin,
da ich immer sehr leicht schwitze, habe ich mir vor ein paar Jahren einen Touratech Anzug gekauft. Schweine teuer. Da sitzen die Protektoren echt gut, man zieht halt morgens und abends die Goretexjacke drüber. Ist zwar eigentlich ein Enduroanzug, aber was solls.
Außerdem eignet er sich
sehr gut bei meinen Auslandstouren (Afrika, Indien usw.)
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon Spätstarter69 » 09.07.2020, 20:53

Ich habe eine Pharao-Jacke. Die fahre ich ganzjährig, mit und ohne Futter, Luftschlitze auf oder zu. Das geht. Für Temperaturen über 20/23 Grad habe ich eine Vanucci V4 mit Mesheinsätzen. Ist im Sommer eine Wohltat. Wenn es kälter wird, gibt es eine Büse Bormio mit und ohne Einsatz. Reicht bis 5 Grad. Dazu habe ich Sommerhandschuhe, warme Handschuhe, eine Regenkombi und eine Halskrause. Eigentlich für jede Wetterlage gerüstet. Sollte bloß nicht auf einer Tour alles erforderlich sein. Das wäre etwas viel Gerödel. winkG
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon reha73 » 09.07.2020, 23:56

MadDog hat geschrieben:
l4rs hat geschrieben:Moin Zusammen,
Und im Regen werde ich zwar nicht wirklich nass. Aber ganz leicht feucht an den Armen und Beinen, wo der Außenstoff enger anliegt, schon.

Ich denke, das ist wohl weniger Regen sondern vielmehr Feuchtigkeit der Haut, die nicht abgegeben werden kann, weil die Luftfeuchtigkeit bei Regen entsprechend hoch ist und somit der Abtransport (gerade wenn man an einer Ampel steht) nicht 100%ig funktioniert.
Und wenn man auf der Haut erst mal einen echten Wasserfilm hat, also keine Dampfatmosphäre, kann dieses Wasser nicht mehr durch die Poren der Membran abtransportiert werden.
Das ist aber normal, habe ich auch.

Womit ich nicht bestreiten will, dass Deine Membran vielleicht auch defekt ist.


Dito. Ich wollte meinen Goretex-Anzug umtauschen, weil schon bei der ersten Regenfahrt innen feucht. Die Lady an der Hotline meinte, >99% der entspr. Rücksendungen seien nicht undicht sondern das Problem sei Feuchtigkeit von innen. Habe mich dann mit dem Zeugs in die Dusche gestellt und innen einen Haufen Löschpapier reingelegt. Ergebnis: Absolut dicht. Membranklamotten sind also systembedingt scheiße. Eine brauchbarere Alternative ist Nubukleder.
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon talisker » 10.07.2020, 07:50

reha73 hat geschrieben:
MadDog hat geschrieben:
l4rs hat geschrieben:Moin Zusammen,
Und im Regen werde ich zwar nicht wirklich nass. Aber ganz leicht feucht an den Armen und Beinen, wo der Außenstoff enger anliegt, schon.

Ich denke, das ist wohl weniger Regen sondern vielmehr Feuchtigkeit der Haut, die nicht abgegeben werden kann, weil die Luftfeuchtigkeit bei Regen entsprechend hoch ist und somit der Abtransport (gerade wenn man an einer Ampel steht) nicht 100%ig funktioniert.
Und wenn man auf der Haut erst mal einen echten Wasserfilm hat, also keine Dampfatmosphäre, kann dieses Wasser nicht mehr durch die Poren der Membran abtransportiert werden.
Das ist aber normal, habe ich auch.

Womit ich nicht bestreiten will, dass Deine Membran vielleicht auch defekt ist.


Dito. Ich wollte meinen Goretex-Anzug umtauschen, weil schon bei der ersten Regenfahrt innen feucht. Die Lady an der Hotline meinte, >99% der entspr. Rücksendungen seien nicht undicht sondern das Problem sei Feuchtigkeit von innen. Habe mich dann mit dem Zeugs in die Dusche gestellt und innen einen Haufen Löschpapier reingelegt. Ergebnis: Absolut dicht. Membranklamotten sind also systembedingt scheiße. Eine brauchbarere Alternative ist Nubukleder.


Wenn man genug Kleingeld hat wird dann ab nächstem Jahr das die Lösung sein:
https://www.motorradonline.de/bekleidun ... chtigkeit/
Nur irgendwann reicht die Bordspannung nicht mehr am Motorrad, oder man hat keinen Platz mehr im Gepäck wegen den ganzen Akkus und Ladegeräten :lol:
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon l4rs » 11.07.2020, 21:06

Hartmut_HB hat geschrieben:... da ich immer sehr leicht schwitze, habe ich mir vor ein paar Jahren einen Touratech Anzug gekauft. Schweine teuer. Da sitzen die Protektoren echt gut, man zieht halt morgens und abends die Goretexjacke drüber. Ist zwar eigentlich ein Enduroanzug, aber was solls. Außerdem eignet er sich sehr gut bei meinen Auslandstouren (Afrika, Indien usw.)
Jup. Sowas finde ich letztlich auch praktikabler. Inzwischen habe ich mir eine Held Carese/Torno Kombi bestellt, die besser zu meinem Anforderungsprofil passt. Mit der kann ich auch eine Goretex Jacke drüber ziehen. Ansonsten lasse ich sie weg oder kann sie drunter ziehen. Dafür ist der Außenstoff ohne Goretex Außenschicht luftiger und hat überdies eine deutlich bessere Belüftungsstrategie gegenüber der Rukka Realer Kombi. Dafür ist die Held Carese/Torno Kombi im Frühjahr und Herbst kälter. Aber da kann man finde ich besser gegen wirken als bei zu warm.

reha73 hat geschrieben:
MadDog hat geschrieben:
l4rs hat geschrieben:... im Regen werde ich zwar nicht wirklich nass. Aber ganz leicht feucht an den Armen und Beinen, wo der Außenstoff enger anliegt, schon.

Ich denke, das ist wohl weniger Regen sondern vielmehr Feuchtigkeit der Haut, die nicht abgegeben werden kann, weil die Luftfeuchtigkeit bei Regen entsprechend hoch ist und somit der Abtransport (gerade wenn man an einer Ampel steht) nicht 100%ig funktioniert.
Und wenn man auf der Haut erst mal einen echten Wasserfilm hat, also keine Dampfatmosphäre, kann dieses Wasser nicht mehr durch die Poren der Membran abtransportiert werden.
Das ist aber normal, habe ich auch.
... wollte meinen Goretex-Anzug umtauschen, weil schon bei der ersten Regenfahrt innen feucht. Die Lady an der Hotline meinte, >99% der entspr. Rücksendungen seien nicht undicht sondern das Problem sei Feuchtigkeit von innen. Habe mich dann mit dem Zeugs in die Dusche gestellt und innen einen Haufen Löschpapier reingelegt. Ergebnis: Absolut dicht. Membranklamotten sind also systembedingt scheiße. Eine brauchbarere Alternative ist Nubukleder.
Sehr interessant. Danke für die Info (!).
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Re: Pro/Contra Laminatbekleidung

Beitragvon l4rs » 08.08.2020, 21:38

Nachdem ich erst nicht so überzeugt mit der Realer Kombi im Sommer war, bin ich inzwischen sehr zufrieden. Heute habe ich bei 35° (im Schatten, 38°Anzeige im Dashboard) die Kombi mit einer Funktionsunterwäsche (Rukka Seamless Max) getestet ... und bin wirklich sehr positiv überrascht. Statt einen Hitzekollaps zu erleiden hat mich die Funktionsunterwäsche so gut gekühlt, dass ich mich in der Kombi inkl. Funktionsunterwäsche wohler gefühlt und weniger geschwitzt habe als in Baumwollklamotten im Auto mit geöffneten Fenstern (ohne AC).

Klar, wenn man an Ampeln (oder was auch immer) stehen muss, wird es nach wie vor unangenehm. Aber kaum fährt man wieder kühlt die Funktionsunterwäsche erstaunlich effektiv. Im Stadtverkehr hilft das womöglich nur bedingt bis gar nicht. Aber Touren sind damit bei diesen Temperaturen für mich endlich fahrbar. Zu Hause angekommen klebt nix an den Klamotten und insgesamt nicht einmal klamm im Vergleich zu einem Baumwollshirt bei 30°.
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